Das Traditionelle Julefest - Yuletide

Das Julfest dauert 12 Nächte. Es beginnt mit der Nacht zur Sonnenwende - überlicherweise 20. auf 21. Julmond - und endet mit der Sylvesternacht.
Die Nacht vor dem Julfest (19. auf 20. Dezember) wird als Mütternacht  bezeichnet. Die Träume in dieser Nacht sollen prophetische Qualität haben.
Rauhnächte heißt das Fest auch, weil die Menschen sich vorstellen, dass in den 'rauhen Nächten' der Julzeit Totenheere durch die Lüfte ziehen und den Saaten Fruchtbarkeit bringen. Es kann gefährlich sein, nachts in dieser Zeit unterwegs zu sein. Man gedenkt seiner Ahnen.
Losnächte heißt das Julfest, weil man glaubt, in dieser 'heiligsten Zeit des Jahres' könne man mittels Runenweissagung in die Zukunft schauen. Die Lose wurden geworfen und gezogen, danach gedeutet.
Dies ist die dunkelste Zeit des Jahres, die mit unwirschem Wetter einhergeht. Der mythisch gedeutete Naturvorgang dieser Zeit ist die Sonnenwende, also die längste Nacht des Jahres. Die Menschen glauben, dass die Sonne nur durch entsprechende Rituale am nächsten Morgen wieder aufgehen würde. Die Wiedergeburt des Lichtes verheißt dann die neue Fruchtbarkeit. Das Rad des Jahres oder das Sonnenrad hat sich also wieder einmal weitergedreht, obwohl es in den Zwölfnächten stillsteht.

Das eigentliche Julritual findet in der Sonnwendnacht statt. Am Vorabend werden alle Feuer im Haus ausgelöscht. Das Haus wird dann mit Wacholderrauch ausgeräuchert und gereinigt. Kern der Feiern ist das Julfeuer (oder zumindest eine Kerze), das als einzige Lichtquelle die ganze Nacht über brennt. Dieses Feuer besteht idealerweise aus dem "Julholz", einem speziellen Eichenholz-Block. Überlicherweise bleibt man die ganze Nacht auf, singt und feiert und hält Wache bis die Sonne aufgeht. Man kann die Zeit auch dazu nutzen, den Julbaum aufzustellen, das Haus mit immergrünen Pflanzen zu schmücken. Beim Sonnenaufgang wird vom Julfeuer das Herdfeuer neu entfacht, danach wird üppig gefrühstückt. Die Asche des Julholzes wird als glücksbringend aufbewahrt. Hat man noch unverbrannte Reste des Holzes, dann bewahrt man sie ebenfalls auf und verbrennt sie im Julfeuer des nächsten Jahres. Die Asche kann auch dem Vieh unter das Futter gemischt werden. Wer nicht im eigenen Haushalt feiert, nimmt vom neuen Herdfeuer eine Fackel mit nach Hause.
Ein weiterer schöner Brauch ist der, dass an jedem der 12 Tage morgens nach dem Aufstehen eine rote Kerze angezündet wird, die dann den ganzen Tag über brennt.
An den weiteren Abenden der Zwölfnächte wird ebenfalls zu Feiern zusammengekommen und es werden auch die sogenannten Juleide geschworen, die guten Vorsätze von Silvester, und darauf der Julbecher getrunken. Weiterhin gibt es die Tradition, den "Drei Schwestern", den Normen,  abends eine Opferschale zu füllen und über Nacht stehen zu lassen. Ein anderer Brauch sind lärmende Umzüge, um die Winterdämonen einzuschüchtern.

In den Zwölfnächten soll man nicht arbeiten, da das Unglück bringen kann. Da das Rad des Jahres in diesen Nächten still steht, sollen insbesondere solche Tätigkeiten nicht ausgeführt werden, bei denen sich Räder drehen.
Geschmückte Bäume gehören ebenfalls zur Jultradition. Die Wahl eines immergrünen Baumes symbolisiert die Hoffnung auf das Neuerwachen des Lichtes.